Die Theatergruppe der Klassen 9-13 spielt am 24.06. und 25.06. das Stück Hotel zu den zwei Welten von Eric-Emmanuel Schmitt. Die Vorstellungen finden jeweils um 19.00 Uhr in der Badewanne des Gymnasiums Grafing statt.

Der 40-jährige Sportjournalist (und Frauenheld) Julien findet sich unversehens unter Fremden in einem Hotel. Verwirrt erkennt er, dass er sich wie die anderen Gäste in einem Stadium zwischen Leben und Tod befindet: Während ihre Körper in den Händen der irdischen Ärzte sind, in einem chirurgisch betreuten Koma, müssen sich die Wartenden im »Hotel zu den zwei Welten« den Fragen nach ihrem bisherigen Leben stellen.
In der Gleichheit vor dem jederzeit möglichen endgültigen Tod, fallen alle irdischen Privilegien ab.
Julien schockt die Einsicht, mit der ihn die geheimnisvolle Doktor S. konfrontiert, dass er im Trakt der »Freiwilligen« untergebracht ist: sein exzessiver Alkoholismus wird als lange geplanter Selbstmord gewertet.
Wie er zynisch und angstvoll am Leben vorbeigelebt hat, erfährt er im Gespräch mit anderen Wartenden: dem Magier, der vom Verkauf von Hoffnungen lebte, um sich über eigenes Versagen zu bringen, mit der Putzfrau, die von Untätigkeit nur in Angst gestürzt wurde, dem Präsidenten mit seinen hohlen Überzeugungen. Und mit Laura, die schon zum zweiten Mal im Hotel ist, glücklich über die Befreiung von ihrer angeborenen Krankheit, die sie fremdes Begehren nicht hat erleben lassen. Laura, die kein Mitleid will und in die sich Julien verliebt.
Theater als krisenhaftes Gespräch über Freiheiten des Lebens, das Mysterium des Todes, über die Gelassenheit, Unausweichliches zu akzeptieren. Auch ein Stück über die Liebe also – vom Autor des seit Jahren erfolgreichen Gesprächs über Liebe: »Enigma«.

Eric-Emmanuel Schmitt, Jahrgang 1960, studierte Musik und Philosophie in Lyon und Paris, schloss mit 26 seine Dissertation über »Diderot und die Metaphysik« ab. Seit 1991 wurden sechs Theaterstücke von ihm uraufgeführt. Neben Yasmina Reza ist er der erfolgsreichste französische Daramatiker unserer Jahre. 1999 wurden »Enigma« und »Der Freigeist« für den Prix Molière nominiert.