Lassen Sie sich von uns durch Ihre alte Schule führen. Der Pulverdampf ist verraucht, und der Blick zurück ist hoffentlich frei von Zorn, dafür erfüllt von jährlich zunehmender Milde. Möglicherweise ist dies aber auch Ihr erster Gang durch die künftige Schule Ihres Kindes, vielleicht Deine erste Begegnung mit Deinem neuen Gymnasium.
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Wie dem auch sei: als Einstieg wählen wir einen ganz ungewohnten Blickwinkel, der pro Jahr nur einige Tage lang möglich ist: den vom Riesenrad auf dem zur bierseligen Belustigung umfunktionierten Parkplatz aus. Die Stadthalle (rotes Dach im linken Vordergrund) schiebt sich ungebührlich ins Bild, aber in der Regel herrscht gute Nachbarschaft zwischen diesem Ort der Abiturverleihung, Festakte und Konzerte und dem Bautenkleeblatt des GG: dem Langbau hinter der Stadthalle, rechts davon im Vordergrund dem Altbau und dem Hochbau dazwischen im Hintergrund.
Dieses Bild hat quasi antiquarischen Wert, da mittlerweile der Neubau hinter der Stadthalle aufragt.
Gewöhnlich kommt man von der "Innenstadt" Grafings, über die Jahnstraße also. Hat man dann drei sozusagen magische Punkte im Schulleben, die Bäckerei, die Metzgerei und - hoffentlich ist sie einer - die Buchhandlung, überwunden, so gelangt man auf den Vorplatz unseres Gymnasiums, gewissermaßen die Paradestrecke.
Vorne der "Stein", ehedem ein Brunnen inmitten des Atriumaltbaus, heute bevorzugter Treffpunkt der GGiasten. Wendet man sich nach links, so gelangt man zum Langbau mit dem neu erstellten Anbau.
Zu vormittäglicher Stunde haben Herr Möschl und Herr Miesauer, unsere Hausmeister, die Türen noch nicht wieder verschlossen, alles steht uns offen, und so gelangen wir in den Aulaersatz des GG, die Eingangshalle des Altbaus. Er beherbergt die Schaltstellen des GG, also die Räume der Schulleitung und das Sekretariat. Auch die Chemie-, Musik- und Physikräume sind hier beheimatet. Eher vorsintflutlich ist übrigens die Heizungsanlage im Keller: die winters ständig überheizten Räume gehören offenbar zur Schultradition.
Ab 9 Uhr von Pizzaduft und Leberkässchwaden durchzogen präsentiert sich die Eingangshalle des GG optisch eher nüchtern.Die Heizung vor den Fenstern ist vor allem im Winter ein gesuchter Ort zur Erwärmung des stundenlang strapazierten Sitzfleisches. Der archaisch anmutende Flügel erfüllt nur noch die Funktion, die Lehrkräfte der angrenzenden Räume zur Verzweiflung zu bringen.
Der Altbau beherbergt auch das intellektuelle Zentrum des GG, unsere Bibliothek. Sie ist nun wirklich ein Schmuckstück: hell, freundlich und mit einem ungewöhnlich reichhaltigen Bestand gesegnet. An ihrer Stelle befand sich übrigens bis in die Mitte der 70er-Jahre ein Pausenatrium. Die entspannte Atmosphäre von damals hat sich hier anscheinend bis heute erhalten.
Der heutige Pausenhof wird begrenzt vom Altbau im Westen - davor setzt der Arbeitskreis Schulgarten ökologische Theorien in die Tat um -, dem Hochbau im Süden, dem Langbau im Norden mit unserem langersehnten, im September 1999 eingeweihten Anbau und den Sporthallen im Osten. Einen Glanzpunkt in der Geschichte des Hofes bildete ein nächtliches Theaterspektakel zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution im Jahre 1989.
Der Hochbau mit seiner kühnen 70er-Jahre-Architektur beherbergt vor allem die sechsten und siebten Klassen und einen Handarbeitsraum. Im Keller werden in zwei Computerräumen die Keyboards malträtiert. Unterm Dach verfügt die Fachschaft Kunst über ein ganzes Stockwerk, das noch dazu mit einer herrlichen Aussicht aufwarten kann.
Der Hochbau wurde 1971 nach Entwürfen des Architekturbüros Fauser fertiggestellt. Trotz der für die damalige Zeit nicht unerheblichen Kosten von 2.400.000 DM ist seine Betonästhetik nach wie vor umstritten.
Unumstritten ist aber die schöne Aussicht von der Terrasse des Kunstbereichs aus. Von hier aus kann man deutlich die Atriumbauweise des Altbaus erkennen.
Das Erdgeschoß des Hochbaus gibt nur zwei Klassen Raum, vor allem aber der sogenannten "Badewanne", einem Schauplatz mannigfaltiger Aktivitäten: von der Alltagsverwendung als Pausenhalle abgesehen, gehen hier die berühmten Theaterveranstaltungen des GG über die gekachelte Bühne, manches Faß wurde hier geöffnet und manche Disco-Queen gekrönt.
Nicht weniger als 25 Theateraufführungen hat die Badewanne seit 1980 gesehen, unzählige Begrüßungs- und Abschiedsfeste für Austauschpartner oder scheidende Kollegen, 1997 sogar ein Mammutbuffet anläßlich des 50jährigen Jubiläums unserer Schule und des 60jährigen Jubiläums des damaligen Schulleiters, Herrn Lienert.
Wenden wir uns, noch ehe wir den Altbau betreten, nach links, so kommt der sogenannte "Langbau" in unser Blickfeld.In ihm treffen wir auf die 5., die 9. und die 11. Klassen, die Biologieräume, den Hort der Schulbücher und die Kursräume der Kollegstufe. Hinter der großen Glasfront des zweiten Obergeschosses verbirgt sich der berüchtigte Mehrzweckraum, schweißtreibender Tatort der meisten Prüfungen wie auch der Lehrerkonferenzen.
Der Langbau wurde als erster Erweiterungsbau des GG 1965 fertiggestellt. Ursprünglich zweigeschossig, wurde er 1977 um ein Geschoß erweitert, das der Kollegstufe zugutekam. An ihn wurde zwischen 1998 und 1999 die überfällige vierte Erweiterung angefügt, und zwar auf dem Gebiet des nördlichen Sportplatzes, hinter der Stadthalle.
Das neue Prunkstück des GG ist unser hoffentlich unsinkbares Schulschiff, der Neubau auf der Nordseite des Langbaus. In einer spektakulären Aktion durch Eltern, Lehrer, ortsansässige Betriebe und die Gemeinden des Einzugsgebietes vorfinanziert, konnte der Bau in nur eineinhalb Jahren fertiggestellt werden. Er behebt die lange quälenden Raumnöte und enthebt uns der Sorge des drohenden Schichtunterrichts.
Der Vater des Schulschiffgedankens, Helmut Kirchlechner, schreibt: "Ein neues Gebäude dockt an den vorhandenen Langbau an. Durch die Längsachse des Luftraumes bleiben beide Gebäude als eigenständige Baukörper erkennbar. Der Erweiterungsbau schiebt sich wie ein Dampfer an den Hafen "Langbau" und die Stadt "Gymnasium" heran. Begeben wir uns auf eine Reise von der streng abstrahierten, "modernen" Schulmaschine der 60er Jahre (Hochbau) zum symbolhaft-surrealistischen Schulschiff des digitalen "Illusionszeitalters" (Erweiterungsbau. Vom Vorhof der Schule zeigt sich eine strenge, farblich akzentuierte Fassade. Beim Gang um den Baukörper in Richtung des Sportplatzes wird auf verschiedenen Ebenen die Silhouette eines archetypischen Dampfschiffes sichtbar Die Gestaltung symbolisiert den Unterricht an einer Schule, der ebenso eine Reise ist, die mit neuen Gebieten (Territorien) und Inhalten (Curriculum) Schüler und Lehrer immer wieder an neue Ufer bringt."
Was in dieser Beschreibung so schwärmerisch klingt, wurde vom Architektenbüro Martin Hubner aus Hohenlinden wahrhaft kongenial in die Wirklichkeit umgesetzt. Die Längsachse wurde zu einem luftigen, lichtdurchfluteten, vollkommen eigenständigen baulichen Gestaltungselement, das die Schiffsmetapher auch im Inneren aufnimmt. Künstlerisch gestaltet wurde dieser Raum mit Objekten, die der Leistungskurs Kunst (Abitur 1999) dafür entworfen hatte.
Die wechselvolle Geschichte des Neubaus erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.
Acht Klassenzimmer und fünf Kollegstufenräume, dazu Sammlungsräume für Biologie, Sprechzimmer, Studierräume für die Kollegiaten und ein dringend benötigter Aufenthaltsraum für die Fachschaft Sport lindern auf Dauer die Raumnot eines Gymnasiums mit 1500 Schülern, das schon kurz davor war, wie in den 70er Jahren Schichtunterricht einführen zu müssen.
Die Medienausstattung der neuen Klassenräume wurde durch eine Tombola und durch eine Kunstauktion ermöglicht, die der Elternbeirat anlässlich der Eröffnung der Schulhauserweiterung am 16.10.99 organisiert hatte.













