Fachschaft Geschichte

Historische Exkursion der Klassen 8a und 8b

Am Freitag, dem 17. Juli 2009, fand eine ganztägige Exkursion der Klassen 8a und 8b im Rahmen des Geschichtsunterrichts statt. Hauptthema war eine intensive Begegnung mit den Ereignissen und Schrecken des Ersten Weltkriegs. Da die Schüler beider Klassen auch Lateinunterricht genießen, wurde aus dem historischen Ausflug zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine Exkursion, auf der sie mit insgesamt 200 Jahren Militärgeschichte konfrontiert wurden.
Nach einem kurzen und wegen des steilen Anstiegs auch manchmal etwas atemberaubenden Abstecher zum auf dem Höhenrücken gelegenen Limesturm bei Kipfenberg besichtigten wir zunächst die nördlich von Ingolstadt an der Altmühl gelegenen „ruinösen Reste“ des Römerkastells Vetoniana bei Pfünz. Mit dieser Verteidigungsanlage, die Teil des riesigen Limes zwischen Donau und Main war, versuchten die Römer in den Jahrhunderten nach Christi Geburt ihr Römisches Reich vor Einfällen der Germanen zu schützen – was ihnen letztlich nicht gelang…
Nach einem Spaziergang um das Kastell herum mit einer Information mit Hilfe von Schautafeln fand ein ausgiebiges Picknick statt.
Anschließend fuhren wir nach Ingolstadt zurück und ließen uns im Bayerischen Armeemuseum in zwei Gruppen von Mitarbeitern des Museumspädagogischen Zentrums München durch die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, während dem beim Stellungskrieg in Schützengräben Millionen von Soldaten starben, führen.
Renate Taube (Text); Philipp Heuer, Philipp Hohlweg (Fotos)

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.
Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Max Mannheimer am GG

Bereits zum 29. und 30. Mal erwies Herr Max Mannheimer dem Gymnasium Grafing die Ehre, indem er im April 2009 vor den Schülerinnen und Schülern aller 9. Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichts von seinen Erlebnissen während der Zeit des nationalsozialistischen Terrors gegen die jüdische Bevölkerung und in den Konzentrations- und Vernichtungslagern berichtete. Es war ein wohltuendes Ereignis, Herrn Mannheimer, dem das Gymnasium Grafing vertraut ist, begrüßen und seinen klaren Worten zuhören zu dürfen.
Vor insgesamt circa 120 Schülern und einigen Lehrern berichtet Max Mannheimer über zwei Stunden lang von seiner Kindheit im Sudetenland und der Machtergreifung Hitlers 1933, der die Einschränkung von Freiheitsrechten und erste Verfolgungen von Juden und Kommunisten folgen. Bis zur Reichskristallnacht 1938 wiegt sein Vater, treuer Bürger des deutschen Staates, die Familie in Sicherheit. Kurz darauf wird er für drei Wochen in Schutzhaft genommen. Nach dieser Zeit wandert er mit Frau und Kindern nach Ungarn aus, wo allerdings schon ein Jahr später deutsche Truppen einmarschieren. Daraufhin werden die Rechte der Juden immer mehr eingeschränkt. Ab 1941 ist es für sie Pflicht, einen Judenstern zu tragen. Im Januar 1943 wird der inzwischen verheiratete Max Mannheimer mit seiner gesamten Familie nach Theresienstadt deportiert, von wo sie aber nach kurzem Aufenthalt weiter in Güterwagen nach Auschwitz gebracht werden. Bereits bei der Ankunft an der „Todesrampe“ wird die Familie getrennt. Noch weiß Mannheimer nicht, dass er seine Frau nie wieder sehen wird - Frauen und Kinder werden sofort umgebracht. Zusammen mit seinen zwei Brüdern kommt er ins Quarantänelager Birkenau, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten. Nach nur sechs Wochen sind drei Viertel der tausend Deportierten tot. Die Überlebenden werden in das Stammlager von Auschwitz „aufgenommen“, wo ihnen eine Nummer in den Unterarm tätowiert wird. Die Tätowierung bleibt Mannheimer bis heute, wodurch das Erlebte für ihn täglich präsent ist. Als er von den Strapazen und dem ständigen Hunger krank wird, entgeht er nur deshalb dem Tod, weil ein Aufseher ihn aus Mitleid nicht meldet. Kurz nachdem sein an Lungenentzündung erkrankter Bruder Ernst gestorben ist, werden Mannheimer und sein zweiter Bruder 1942 nach Warschau transportiert. 1944 kommen sie ins KZ Dachau. Als sie am 30. April 1945 befreit werden, wiegt er nur noch 37 Kilogramm. Die beiden erleben als Einzige der siebenköpfigen Familie das Kriegsende.
Mannheimer fängt nach der Befreiung ein neues Leben an und versucht, die Vergangenheit zu vergessen, aber durch seine schlimmen Erinnerungen, Alpträume und Depressionen holt sie ihn immer wieder ein. Um das Erlebte zu verarbeiten und seine Erlebnisse für seine Tochter festzuhalten, schreibt er Jahre später sein „Spätes Tagebuch“.
Seit 23 Jahren spricht er auch zu Schulklassen über seine Erlebnisse. Es ist bereits sein dreißigster Vortrag am Grafinger Gymnasium. Zum Dank überreichen ihm sowohl Herr Dr. Parigger als auch zwei Schüler im Namen der Jahrgangsstufe am Ende einen Blumenstrauß. Dieser einzigartige Einblick hat uns alle tief berührt und uns ein Stück Geschichte lebendig näher gebracht.
Anabel Söhlemann & Sabrina Meese, 9a


Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Meisterwerke der Filmkunst

Als unsere Geschichtslehrerin Frau Köpf und unsere Deutschlehrerin Frau Springer Mitte Oktober ´08 den Vorschlag machten, in unserer Klasse Filmabende zum Thema "Nationalsozialismus" zu veranstalten, wurde von einem Schüler der Klasse vorgeschlagen, diese Filmabende doch auf die gesamte 9. und 10. Jahrgangsstufe zu erweitern. In regelmäßigen Abständen sollten nun jeweils dienstags vier Filme zum Leben während der Nazi-Zeit und des Zweiten Weltkrieges gezeigt werden.
Am 10.2. war es nun so weit, und ich fand mich mit ca. 15 interessierten Mitschülern im Mehrzweckraum wieder. Gezeigt wurde der Film „Napola – Elite für den Führer“ aus dem Jahr 2004. In „Napola“ geht es um einen Jungen, der aus der Enge seiner armen Arbeiterfamilie heraus und als Boxer berühmt werden will. Ein anderer Junge, Sohn eines Gauleiters, soll endlich erwachsen werden, und wird deshalb von seinem Vater auf eine Nationalpolitische Anstalt, kurz Napola, geschickt. Dort treffen die beiden Buben bei ihrer Ausbildung aufeinander. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, und doch werden sie Freunde, bis sie begreifen, in welchem Unrechtsstaat sie leben.
Am 17.3. wurde der Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ aus dem Jahr 2005 vor erneut knapp 15 Schülerinnen und Schülern hauptsächlich der 9. Jahrgangsstufe gezeigt. Im Film geht es um die Geschwister Sophie und Hans Scholl, die mit ihrer Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ Flugblätter gegen die Nazi-Diktatur drucken und versenden. Als sie diese 1943 in der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität verteilen, werden sie vom Hausmeister gesehen und von der Geheimen Staatspolizei verhaftet. Nun beginnen die langwierigen Verhöre des Vernehmungsoffiziers Robert Mohr, die einen Großteil des Films ausmachen. Anfangs kann Sophie Scholl die erfahrenen Beamten täuschen, doch die Gestapo findet in der gemeinsamen Wohnung der Geschwister erdrückende Beweise. Nun legt die junge Frau ein Geständnis ab, es geht nur noch darum keine weiteren Mitglieder der Weißen Rose zu verraten. Am Ende des Films, nach einem kurzen Gerichtsprozess, werden sie, ihr Bruder Hans und der Mitstreiter und junge Vater Christoph Probst hingerichtet.
Am Dienstag, den 21.4. zeigte Frau Springer in der kleinen Mensa den Film „Schindlers Liste“ aus dem Jahr 1993. Wegen des schönen Wetters fanden leider nur eine Mitschülerin und ich Zeit, uns diesen Film von Steven Spielberg anzusehen. „Schindlers Liste“ handelt von dem Sudetendeutschen Oskar Schindler, der nach dem Überfall Hitlers auf Polen in das besetzte Land kommt, um dort Profit zu machen. Er scheut sich nicht, einen Handel mit dem Judenführer Itzhak Stern aus dem Krakauer Ghetto einzugehen, um mit jüdischem Geld seinen Reichtum zu finanzieren. Als aber SS-Offizier Amon Göth von seinen Truppen das Ghetto räumen lässt, entwickelt Oskar Schindler zusammen mit Itzhak Stern ein System, um so viele Juden wie möglich vor dem Transport ins Vernichtungslager Auschwitz zu retten. Mit ihrer Liste retten die beiden Männer etwa 1200 Juden das Leben.
Am 16.6. wurde „Die Brücke“ aus dem Jahr 1959 gezeigt. Der Film handelt von sieben Jungen, alle etwa 16 Jahre alt, aus einer Schulklasse in einer Kleinstadt im Bayerischen Wald, die kurz vor der Einberufung stehen. Geblendet von Hitlers Parolen wollen sie unbedingt am „Abenteuer Krieg“ teilnehmen, während ihr Lehrer, Studienrat Stern, sie davor bewahren möchte, in den letzten Tagen des Krieges zu sterben. Er kann sich seinen Schülern nicht widersetzen, aber wenigstens kann er erreichen, dass sie „nur“ zur Verteidigung einer völlig unwichtigen Brücke in ihrem Heimatort eingesetzt werden. Der zuvor sinnlose Befehl wird aber zum bitteren Ernst für die Jungen, als die Amerikaner anrücken, und die jungen Männer ihren Befehl zur „nationalen Verpflichtung“ erklären. Jetzt erst erfahren die Jugendlichen die volle Härte und Grausamkeit des Krieges. Am Ende überlebt nur einer von den Buben…
Verena Winkler, 9b

Ich finde, die Filmauswahl ist den beiden Lehrerinnen sehr gut gelungen, da diese Themen anhand von Filmen im Unterricht nicht weiter vertieft werden konnten. Mir war es wichtig, zu sehen, wie die Filmbranche die Themen Nationalsozialismus und das Leben im Zweiten Weltkrieg aufgreift und verfilmt. Schade war, dass von so vielen Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen nur sehr wenige diese Filmvorführungen besuchten.
Verena Winkler, 9b

„Mir haben die Filmabende über den Nationalsozialismus sehr gut gefallen. Besonders gut fand ich die Diskussion nach dem Film.“ Manuela Burggraf

„Sophie Scholl - Die letzten Tage´ ist ein tragischer, aber sehr lehrreicher Film. – Ich finde es toll, dass so etwas an unserer Schule kostenlos angeboten wird.“ Julia Schreiner

„Leider konnte ich nur einmal kommen, weil ich am Dienstag Training habe. Den Film `Sophie Scholl - Die letzten Tage´ fand ich aber sehr interessant, weil man dadurch viel leichter verstehen kann, wie das damals war, und ich hoffe, dass diese Filmabende fortgesetzt werden, weil es eine angenehme Art ist, sich mit ernsten Themen auseinanderzusetzen.“
Barbara Steuer

„Besonders fasziniert hat mich der Film „Die Brücke“, weil man sich so eine Situation heutzutage nicht mehr vorstellen kann.“ Marlies Behrndt

„Das Filmprojekt hat mir gut gefallen. Der Film, den ich gesehen habe,`Die Brücke` war interessant und zugleich spannend. Ich hoffe, dass es eine Fortsetzung des Projekts geben wird.“ Kornelia Bauer

Schicksal eines Sintos

Am 27.01.2009, dem Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus, erinnerte die Fachschaft Geschichte beispielhaft an das Schicksal des Sinto Hugo Höllenreiner. Zu diesem Anlass wurden überall im Schulgebäude die folgenden Plakate ausgehängt, die Sie hier herunterladen [2.574 KB] können.