Japanisches Spielzeug - Tradition und Moderne

Die Schülerinnen und Schüler, die am GG Japanisch lernen, haben sich unter Leitung von Frau Ulrike Rößle mit viel Freude und Begeisterung an den Vorbereitungen und an der Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Japanisches Spielzeug - Tradition und Moderne“ im Bertolt-Brecht-Gymnasium beteiligt.
Zur Begrüßung waren unter den wichtigsten angereisten Persönlichkeiten die Stadtschulrätin Elisabeth Weiß-Söllner, der Japanische Generalkonsul Junichiro Kosuge, vor allem aber wir vom Gymnasium Grafing.

Veranstaltungen Japanisch

20.07.08 Besuch des 13. Japanfestes im Englischen Garten München
04.07.08 Japanischschüler der Japanischen Internationalen Schule München zu Gast in Grafing am Projekttag. Schüler übernehmen die Sushi-Verpflegung beim Elternsprechtag
25.04.08 Besuch in der Japanischen Internationalen Schule München
21.04.08 Besuch im Japanischen Generalkonsulat - Stipendiumsauswahl
Osterferien Filmbesuch: Hanami-Kirschblüten, „Sushi - Kochkurs“
12.03.08 Gasteig: Abend mit klassischem japanischen Tanz
07.03.08 Präsentation der Japanreise 07 im Gabriel-von-Seidl-Gymnasium im Rahmen des offenen Nachmittags für die neuen Schüler
23.07.07 Grafinger Schüler zeigen beim Projekttag im Humboldt-Gymnasium japanische Tuschemalerei
27.11.07 Der FC-Bayern München und Japan (Vortrag)
15.07.07 Besuch des 12. Japanfestes im Englischen Garten mit Teilnahme am Filmwettbewerb
Juli 2007 Japan als Reiseland – Frau Prof. Eisenhofer-Halim im GG
28.06.07 Besuch des Vortrags über Kyushu der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft
08.06.07 Sonderausstellung mit Vortrag im Völkerkundemuseum: „Bambus im alten Japan“
19.04.07 Vortrag DJG: Toyota als Nr 1 der Automobilindustrie

Studienreise Japan 2007

Weißer Rauch stieg in die Luft. Trommelklänge und Gesang drangen uns ans Ohr. Für unsere 12-köpfige Schülergruppe ein eindeutiges Indiz dafür, dass da etwas Sehenswertes im Gange war. Auf dem Platz hinter der Tempelanlage, die wir eines Nachmittags besucht hatten, mussten wir uns erst einmal durch den dicken weißen Rauch und die versammelte Menschenmenge kämpfen, bevor wir überhaupt sehen konnten, was da vor sich ging: Ein shintoistisches Fest zu Ehren der Götter der Natur! Bei musikalischer Untermalung und begleitet von Gebeten wurden Holzscheite, die mit Schriftzeichen geschmückt waren, verbrannt. Auf diese Scheite haben die Anwesenden ihre Wünsche geschrieben, die durch das Verbrennen in Erfüllung gehen sollten, wie uns einige freundliche Japanerinnen ihren Brauchtum zu erklären versuchten. Auch der weiße Rauch, der uns mittlerweile schon die Tränen in die Augen trieb, hatte eine Bedeutung: So versprach man uns durch das Einatmen desselbigen die Erlangung der Weisheit. Ob sich unsere schulischen Leistungen nun dadurch tatsächlich verbessert haben, konnte allerdings bisher noch nicht nachgewiesen werden.
Der Höhepunkt des Festes stand uns aber noch bevor! Nachdem der Holzhaufen heruntergebrannt war, forderte man uns doch tatsächlich auf – wie das Sprichwort so schön sagt – über glühende Kohlen zu laufen. Nach anfänglicher Skepsis und einigen Tipps der japanischen „alten Hasen“ im Überkohlenlaufen wagten wir uns – samt unserer Frau Rößle – todesmutig und vor allen Dingen barfuss über die verbliebenen Kohlen. Kein Scherz! Es gibt sogar Beweisfotos!
Aber auch sonst war unsere Reise ins ferne Japan nicht gerade ereignislos. Nach einer endlos erscheinenden Anreise durften wir unsere erste Nacht in Kyoto in einer typisch japanischen Jugendherberge verbringen. Typisch Japanisch, das bedeutete in dem Fall Bambusmatten als Schlafstatt, japanische Toiletten und die berühmt-berüchtigten Toilettenschuhe vor den Türen. Wo waren wir denn da gelandet!
Eine Pause gönnten wir uns auf unserer Reise eher selten, es gab einfach viel zu viel zu entdecken. Kyoto, das mit seinen Geishas und Maikos als Zentrum der traditionellen japanischen Kultur bezeichnet wird, hat jede Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten. Während wir uns in den vielen buddhistischen Tempeln mit ihren tollen Zen-Gärten besinnen konnten, war beispielweise der knallig orange gestrichene Shinto-Schrein Fushimi-Inari mit seinen 10000 Torii eher eine kleine sportliche Herausforderung. Das Durchqueren dieser Torbauten, die über einen netten Hang verteilt aneinander gereiht standen, bringt nach dem japanischen Glauben Glück und natürlich ließen wir es uns nicht nehmen durch möglichst viele der Torii zu marschieren.
In Nagoya hatten wir die Möglichkeit eine japanische Schule zu besuchen und mit einer japanischen Englischklasse die Unterschiede zum deutschen Schulsystem herauszufinden. Puh, müssen die viel lernen!
Auf den Spuren von James Bond besichtigten wir die Burg Himeji, die nicht nur einst dem Briten als Drehort diente, sondern heute auch als eine der ältesten erhaltenen Bauwerke Japans zum Weltkulturerbe gezählt wird. Aber auch im Forschungsinstitut RIKEN, das uns herzlich empfing und uns ihren Teilchenbeschleuniger vorführte, war der britische Geheimagent schon vor uns.
Unser Ausflug nach Hiroshima, der uns zu dem sogenannten „Atomdom“ (eines der wenigen Gebäude, von dem nach Abwurf der Atombombe tatsächlich noch was stehen geblieben ist) und in das Friedens-Gedächtnis-Museum führte, stimmte uns jedoch eher nachdenklich.
Unsere letzten Tage verbrachten wir schließlich im „neuen Japan“ mit seiner Metropole Tokyo. Hier hatten wir nun mehr Zeit zur eigenen Verfügung und nachdem der Schock über die leuchtende und blinkende Großstadt überwunden war, bestaunten wir technischen Schnickschnack im Elektronikviertel Akihabara, beobachteten die bunten Menschenmengen im Szeneviertel Shibuya und der ein oder andere wagte im Jugendviertel Harajuku einen vorsichtigen Anpassungsversuch. Auf die Idee sich als Pokémon zu verkleiden, wie manch ein japanischer Jugendlicher, kam bei uns aber keiner.
Getreu dem Motto „Wenn schon blamieren, dann bitte da, wo man uns nicht kennt“ stand abends dann auch mal Karaoke auf dem Programm.
Survivaltipps für Japan holten wir uns im Erdbebencenter, wo man uns das Bedienen eines Feuerlöschers beibrachte und uns in den Erdbeben- und den Taifunsimulator steckte. Eine recht wackelige bzw. nasse Angelegenheit!
Auf unserer Reise durch Japan haben wir wirklich sehr viel mehr gelernt als nur mit Stäbchen zu essen! Dafür möchten wir uns insbesondere bei unserer Frau Rößle bedanken, die einfach jeden mit ihrer Begeisterung für Japan ansteckt!
Domo arigato gozaimasu! (Herzlichen Dank)
Lisa Faist

Japanimpressionen

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Schüler auf den Spuren der alten Samurai

Freudestrahlend, aber müde endete am späten Sonntagabend die gemeinsame Studienreise der Schülergruppe vom Grundkurs Japanisch des Gymnasiums Grafing, des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar und des Wahlfaches Japanisch vom Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz. Mit Ihrer Lehrerin Frau Rößle und einem Schülervater hatten 4 Schülerinnen und 4 Schüler in den Herbstferien die Millionenstadt Tokyo, die ehemalige kaiserliche Hauptstadt Kyoto, Kurashiki mit den alten Getreidespeichern und viele berühmte Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes besucht. Besonders begeisterte die Jugendlichen an Tokyo die High-Tech-Erlebniswelt in Akihabara, die vielen Spielautomaten-Hallen, Shibuya mit seinen zahlreichen Kaufhäusern, Modeläden und Büros und das älteste Tempelareal Asakusa mit dem Donnertor, wo sich zu Edo-Zeiten Künstler und herrenlose Samurai niederließen.
Zu den Höhepunkten der Reise zählte die Übernachtung in einem Minshuku (traditionelle japanische Gasthäuser), wo man ruht wie Götter auf weichen Futons und in Yukatas (japanische Schlafanzüge) schläft. Schwierig wurde es allein beim Abendessen, wo die Deutschen den ganzen Fisch mit Stäbchen und mit Haut und Gräten essen sollten. Netterweise durfte die Gruppe noch zu späterer Stunde die fantastischen lebendig-schweflig, brodelnd-heißen Quellen des Onsen (japanische Bezeichnung für öffentliches Bad mit heißer Quelle) genießen.
Nicht ganz einfach dagegen war für alle Teilnehmer das „Zazen “ (aufrecht im Lotossitz auf einem Kissen zu sitzen, alle Gedanken und Gefühle loszulassen und einfach nur zu sitzen) in einem buddhistischen Tempel und die Schläge der Mönche auf krumme Rücken oder nicht sorgfältig heruntergedrückte Knie durch falsche Fußhaltung schmerzten leicht.
Viel Spaß dagegen hatten die Schüler/innen bei ihren Streifzügen durch die Geschäfte und ständig wurde gerechnet, ob man sich noch die eine oder andere Leckerei oder das Manga (japanische Comic) leisten könnte. Da die Reiseteilnehmer noch nicht so viel Japanisch lesen konnten, probierten sie sich mutig durch die Essensangebote, und dann machte die erworbene Köstlichkeit ihre Runde.
Vorsichtig versuchten sie, ihre Japanischkenntnisse bei Einkäufen an den Mann zu bringen, und waren beim Schulbesuch in einer japanischen Schule erfreut, dass sie sich mit den japanischen Jugendlichen schon recht gut verständigen konnten.
Im Vorfeld galt es für mich als Lehrkraft eine richtige Balance zwischen Moderne und dem altem Japan zu finden, und so musste ich beispielsweise für die ehemalige Kaiserstadt Kyoto, heute eine moderne Millionenstadt, aus 1400 „lebendigen“ buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen die richtige Auswahl treffen (u.a. Goldpavillon, Fushimi-Inari-Schrein mit 10 000 roten Torii, Kiomizu und mehr) ohne die Schüler/innen dann zu langweilen. Kurzum - es waren gelungene Herbstferien 2006.
Ulrike Rößle